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DLU Schwedt


Generalinspektion

Vor der ersten Inbetriebnahme und in Abständen von höchstens 5 Jahren müssen an Abscheideranlagen Generalinspektionen durch einen Fachkundigen vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang muss auch die Dichtheit der einzelnen Anlagenteile mittels geeigneter Messtechnik geprüft werden. 

Werden bei Leichtflüssigkeitsabscheider-Anlagen Mineralöle oder Mineralölprodukte gelagert, abgefüllt oder umgeschlagen (LAU-Anlagen) sind darüber hinaus gehende Prüfungen durch einen VAwS-Sachverständigen vorgeschrieben.

Für die Generalinspektion ist die gesamte Abscheideranlage zu entleeren und zu reinigen.

Dann wird eine Sichtprüfung vorgenommen, die zur Einschätzung des baulichen Zustandes der Anlage, der inneren Beschichtung, vorhandener Einbauteile und elektrischer Einrichtungen dient.

   DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Beschichtung

DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Beschichtung

Häufig werden dabei bereits Beschädigungen an der Beschichtung wie Blasen und Abplatzungen festgestellt, die eine Sanierung erforderlich machen.

DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Beschichtung

Bei Fettabscheider-Anlagen ist die Beschichtung oftmals noch stärker zerstört.

Im Drei-Phasen-Bereich ist oftmals sogar eine starke Betonkorrosion feststellbar.

Da häufig die vorgeschriebene mindestens vierwöchentliche Entleerung und Reinigung nicht durchgeführt wird, sind die sich bildenden aggressiven Fettsäuren in der Lage, solche Schäden zu verursachen.

  
Auch die Dichtheitsprüfung gehört zur Generalinspektion. Die Leichtflüssigkeitsabscheider-Anlagen müssen dabei bis oben, also auch im Bereich der Schachtaufbauten flüssigkeitsdicht sein.

DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Fuge

DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Fuge

DLU Schwedt: Generalinspektion-undichte Kabeldurchführung

Häufig werden bereits bei der Sichtprüfung offensichtlich undichte Fugen oder Kabeldurchführungen festgestellt. In diesem Fall ist zu entscheiden, ob eine kurzfristige Sanierung möglich ist und die GI für diesen Zeitraum unterbrochen wird, oder ob der Mangel im Bericht vermerkt und die Anlage später saniert wird. In jedem Fall wäre es sinnvoll zuvor die Dichtheit des Anlagenteiles unterhalb der Schadstelle zu prüfen.

 

Auch die vorgeschaltete Anlage muss auf Dichtheit geprüft werden. Dazu gehören z.B. Rohrleitungen, Kontrollschächte, Einläufe und Einlaufrinnen über die das Abwasser zur Abscheideranlage gelangt.

DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Rinne

DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Rinne

DLU Schwedt: Generalinspektion-schadhafte Rinne

Bei Schadensbildern wie an diesen Einlaufrinnen kann man natürlich auf eine Prüfung verzichten. Hier muss grundlegend saniert werden!

   

Zur visuellen Prüfung gehört auch die Feststellung, ob

* Typenschilder vorhanden und lesbar sind. 

* Einbauten (z.B. Prallblech, Tauchrohr, elektrische Installation und beim Leichtflüssigkeitsabscheider die Schwimmereinheit und ggf. der Koaleszenzeinsatz) augenscheinlich in Ordnung sind.

* die Schachtabdeckung geeignet und funktionstüchtig ist.

* bei Fettabscheidern die Belüftung der Anlage ordnungsgemäß installiert ist.

        

Aber visuelle Prüfung und Dichtheitsprüfung sind nur zwei Bestandteile der Generalinspektion. 
Ein weiterer Bestandteil ist die Ordnungsprüfung. Hier ist die Vollständigkeit der Dokumente zu prüfen.
Dazu gehören: 

* Entwässerungsplan 

* Wartungsanleitung

* Entwässerungsgenehmigung

* Betriebstagebuch

* Nachweis der monatlichen Eigenkontrollen

* Bedienungsanleitung

* Prüfbericht des DiBt

* Baurechtliche Genehmigung

* Entsorgungsnachweise

* Nachweis der halbjährlichen/jährlichen Wartungen

  
Weiterhin muss ein Fließschema erstellt und die Bemessung der Abscheideranlage berechnet werden.
Bei Leichtflüssigkeitsabscheidern ist darüber hinaus der Schwimmer zu tarieren und die Überhöhung zu ermitteln.
Die Generalinspektion ist also eine recht aufwendige Prüfung. Die Berichte sind in der Regel der Unteren Wasserbehörde zu übergeben.

Wurde die GI fachgerecht durchgeführt bildet sie eine gute Basis für den Betreiber um die Gesetzeskonformität und die Betriebssicherheit seiner Anlage einschätzen zu können. Organisatorische Mängel und Sanierungsbedarf werden für den Betreiber dokumentiert und dienen ihm als Entscheidungsgrundlage.